Dead Snow (Død Snø) [Norwegen 2009]
Von Gom • April 2nd, 2009 • Kategorie: Reviews

- Regie: Tommy Wirkola
- Cast: Charlotte Frogner, Ørjan Gamst, Stig Frode Henriksen, Vegar Hoel, Bjørn Sundquist
Eine Gruppe norwegischer Medizinstudenten macht sich auf um in einer abgelegen Berghütte ein Skiwochende voller Alkohol, Sex und Twister zu verbringen. Schon am ersten Abend wird ihre Idylle von einem seltsamen Fremden gestört, der sich selbst zum Kaffee einlädt und die Gören vor dem Bösen, welches in den Bergen lauert warnt:
Während des zweiten Weltkrieges versetzten finstere Nazischergen unter der Führung von General Herzog das Dorf im Tal in Angst und Schrecken. Als die Dorfbewohner diese Situation nicht länger ertragen konnten beschlossen sie mit Mistgabeln und Fackeln bewaffnet der Besatzung ein Ende zu bereiten. In letzter Sekunde gelang Herzog und einem kleinen Teil seiner Männer die Flucht in die Berge, wo sie sich mit den aus dem Dorf geraubten Schätzen bis zum Erfrieren versteckten.
Die Studenten schlagen natürlich alle Warnungen in den Wind und feiern mit Bier und Twister so richtig ab. Selbst als ein Mädchen Ihrer Gruppe verschwunden bleibt und Sie eine Kiste voll Gold (mit 1942 datiert) im Keller des Hauses finden, kommt Ihnen etwas seltsam vor. Ist aber auch egal, denn schon am nächsten Tag bläst die untote Nazikavallerie zum Angriff und der Schnee färbt sich rot…
Dass von Nazi-Zombies eine gewisse Faszination ausgeht kann wohl niemand leugnen. Nicht umsonst gibt es sogar im neuesten Teil der Call of Duty Kriegsspielreihe einen Nazi-Zombie-Modus. Betrachtet man aber filmische Ergüsse wie Zombie Lake (Frankreich 1981), oder auch den neueren War of the Dead (Canda 2006), so stellt man schnell fest dass eine coole Idee noch lange keinen unterhaltsamen, geschweige denn guten Film macht. So dauert es auch bei
Dead Snow quälend lange 45 Minuten, voller pubertärer und schmerzhaft unlustiger Szenen bis es endlich zur Sache geht. Vor allem der (natürlich übergewichtige) Filmnerd im Braindead T-Shirt, durch dessen peinliche Zitate sich der Drehbuchautor wohl als Horrorkenner outen wollte, nervt gewaltig. Auch sonst lässt sich feststellen das norwegische Jugendliche (zumindest in Filmen) genauso unsympathisch sind wie in Ihren amerikanischen Pendants.
Wenn die Nazi Zombies dann endlich doch noch die Jagd eröffnen vergisst man schnell alle Logiklöcher und sieht auch über die wahrscheinlich von der eignen Großmutter schlecht geschneiderten Uniformen (entzückend dilettantisch: der schief aufgeklebte SS Totenkopf aus Filz auf der Mütze von Herzog) hinweg und erfreut sich an einer Reihe von mehr oder weniger gelungen Splatterszenen und Slapstick-Einlagen. Klar dass man fast alles schon mal gesehen hat, aber tun wir eben so als hätten die Macher nicht Szenen und Klischees aus unzähligen Horrorklassikern kopiert, sondern eine Hommage an ihre Lieblingsfilme gedreht.

















