Alone (외톨이) [Süd Korea 2008]
Von Gom • December 10th, 2008 • Kategorie: Eyes On, Reviews, Süd Korea

- Regie: Park Jae-Sik
- Cast: Ko Eun-ah, Chae Min-Seo, Jeong Yoo-Seok, Lim Dae-Ho, Lee Da-In, Lee Yeon-Soo
- Alternativtitel: The Loner, Hikikomori
Die Schülerin Soo-na führt mit ihrem Onkel und ihrer wohlhabenden Mutter ein zufriedenes Leben. Nachdem jedoch ihre beste Freundin Ha-Jeong keinen Ausweg aus dem täglichen Mobbing ihrer Mitschülerinnen sieht und Selbstmord begeht beginnt sie sich immer mehr zurückzuziehen. Im Chat trifft sie eine andere Freundin von Ha-Jeong, die behauptet dass ihre tote Freundin lebt und Soo-na bald besuchen wird. Soo-nas Verhalten wird immer seltsamer, sie kommt kaum noch aus ihrem Zimmer, verwahrlost zusehends und beginnt sich mit imaginären Menschen zu unterhalten. Als sie den anderen Menschen gegenüber auch noch gewalttätig wird vermutet Yoon-mi, die Freundin ihres Onkels, dass sich Soo-na langsam zu einer Hikikomori, einem Menschen der sich vollkommen von seiner Außenwelt isoliert, wird. Hinter dieser Verwandlung scheint ein furchtbares Familiengeheimnis zu stecken…
Fast zwei Millionen Hikikomoris soll es mittlerweile schon in Japan geben. Für viele von ihnen endet diese Krankheit tödlich, da sie gar nicht mehr aus ihrem Zimmer kommen und so elend verhungern. Lange war dieses Phänomen rein auf Japan beschränkt, in den letzten Jahren sind aber auch in anderen asiatischen Ländern vereinzelt Fälle bekannt geworden.
Auf dieser Krankheit einen Horrorfilm aufzubauen scheint endlich mal wieder eine innovative Idee zu sein, die genug Stoff bietet um abseits der gängigen asiatischen Horrorklischees einen spannende Geschichte zu erzählen. Die erste Stunde klappt das auch sehr gut. Die Charakterzeichung ist gelungen, der Selbstmord von Ha-Jeong ist sehr überraschend und verstörend inszeniert und die Veränderung Soo-na lässt einen wirklich etwas mulmig werden. Leider werden aber dann doch zu viele von den typischen Geisterfilmelementen eingebaut, so dass die schon arg konstruierte Auflösung zusätzlich noch mehr als unschlüssig wirkt. Hier wäre eindeutig weniger mehr gewesen. Die letzte halbe Stunde vergeht fast unerträglich langsam und dass Jeong Yoo-Seok in dieser Zeit fast nonstop heult macht die Sache nicht besser.
Wäre Regisseur Park Jae-Sik etwas mutiger gewesen und hätte die Geschichte straight ohne wirren Geisterfirlefanz erzählt, oder dann eben zumindest die Auflösung dementsprechend angepasst, dann hätte Alone durchaus die Voraussetzung gehabt einer der ganz großen koreanischen Horrorfilme zu werden. So ist Alone ein typischer Geisterfilm, der zwar unterhält aber dank der beinahe unüberschaubaren Auswahl ähnlicher Genrefilmen kaum jemandem großartig in Erinnerung bleiben wird.








