Born to Fight (เกิดมาลุย) [Thailand 2004]

Von Gom • November 18th, 2008 • Kategorie: Reviews, Thailand

  • Regie: Panna Rittikrai
  • Cast: Piyapong Piew-on, Amornthep Waewsang, Suebsak Pansueb, Choupong Changprung

Bei einem spektakulären Großeinsatz, der seinen langjährigen Partner das Leben kostet, kann der Elitepolizist Deaw den extrem gefährlichen Waffenhändler General Yang verhaften. Trotz des großen Erfolges kann Deaw den Tod seines Freundes nicht verkraften und zieht sich aus dem aktiven Dienst zurück. Um auf andere Gedanken zu kommen begleitet er seine Schwester und deren Sportgruppe in ein kleines Dorf nahe Burma, wo sie an einer Wohltätigkeitsveranstaltung teilnehmen. Friede und Freude wären nur kurz, denn schon kurz nach der Ankunft der Sportler überfällt eine kleine Armee Söldner das Dorf und richtet ein Blutbad unter der Bevölkerung an. Die Überlebenden werden als Geiseln genommen um die Freilassung von General Yang zu erwirken. Als Deaw herausfinden, dass die Terroristen auch planen mit einer Atomrakete Bangkok auszulöschen motiviert er die Geiseln zum Aufstand der in eine epische Schlacht mündet die Opferzahlen auf beiden Seiten in dreistellige Höhe schnellen lässt…

Der vom Ong Bak Produktionsteam inszenierte Born to Fight ist endlich mal wieder ein Actionfilm der so richtig die Sau raus lässt. Ohne große Erklärungen beginnt man gleich mit einer saftigen Actionszene, bei der schon in den ersten fünf Minuten mindestens 20 Menschen ihr Leben lassen und so geht es munter weiter. Die Handlung wird dabei Genre-typisch auf ein Mindestmaß reduziert, was dem Film gut tut. Anders als bei Ong Bak oder Tom Yum Goong bei denen man sich durch endlos wirkende und stellenweise einfach nur schlechte Handlungsblöcke quälen muss um zu den (mit zunehmender Laufzeit leider zu repetitiven) spektakulären Kämpfen zu gelangen, hält Born to Fight sein rasantes Tempo beinahe ohne Verschnaufpause bis zum Abspann durch. Zwar gibt es auch hier einige langweilige bis peinliche Momente (z.B.: ein Soldat der aus mindestens 10 Metern Entfernung, mit einem Fußball (!) von einem Wachturm geschossen wird), die aber schnell wieder vergessen sind. Die Action selbst ist brutal und menschenverachtend und macht einfach höllisch Spaß: ein Vater wird vor seinem Kind erschossen, unzählige Geiseln werden exekutiert, ein Soldat von einem Raketenwerfer zerfetzt und auch das eine oder andere Kind stirbt im Kugelhagel. Um die Schockwirkung zusätzlich noch zu verstärken bekommt man vor dem Massaker gut 15 Minuten friedliche Landidylle geboten, bei der alle späteren Opfer so richtig lieb und nett charakterisiert werden und man förmlich rosa Wölkchen am naivem Thaihimmel herumfliegen sehen kann.
Die Geschichte um die Sportler wirkt natürlich extrem konstruiert, aber so hat man immerhin die Möglichkeit die Kämpfe abwechselnd zu gestalten. Ob Fußballer, Balkenturnerin, Reckturner oder sogar ein Einbeiniger, alle setzen ihre Talente gekonnt ein um die vielen Feinde auf möglichst kreativem Weg sterben zu lassen. Und gestoben wird hier wie normalerweise in mindestens fünf Filmen zusammen. Einen so hohen Body Count hat man seit epischen Gunfight-Gemetzeln wie in A Better Tomorrow II oder Hard Boiled kaum gesehen. Einige Stunts grenzen dabei schon an Wahnsinn und beim ansehen der Behind the Scenes Segmente im Abspann beginnt man ernsthaft daran zu zweifeln ob nicht einige der Mitwirkenden zumindest schwer verletzt wurden.
Born to Fight ist hart, spektakulär, zynisch und verzichtet Gott sei Dank vollkommen auf dämlich herumalbernde Sidekicks. Kurz gesagt: einer der besten No-Brain Actionfilme der letzte Jahre.

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