Erotic Journey (禁忌遊戲) [Hong Kong 1993]

Von Gom • November 17th, 2008 • Kategorie: HongKong, Reviews

  • Regie: Kwok Hung Lau
  • Cast: Melvin Wong, Baan Yun Sang, Dick Wei, Yuet Ling Wong

Drei Hong Kongerinnen (= Nachtclub Hostessen) fliegen auf Urlaub nach Thailand. Nach einer gemeinsamen Dusche wollen sie tanzen gehen, aber sofort als sie ihr Hotel verlassen werden sie aus unersichtlichen Gründen von einer Gruppe Männer attackiert, die aber dann aus genauso unersichtlichen Gründen von drei anderen Männern verdroschen werden. Nachdem die Prolls in die Flucht geschlagen wurden geht es gleich wieder zurück ins Hotelzimmer und jede der Frauen verzieht sich mit einem der Typen auf ein Zimmer. Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass die vermeintlichen Helden Drogendealer sind und bei einem geplatzten Deal werden die Frauen unschuldig verhaftet und ohne Prozess in ein Dschungelgefängnis voller notgeiler Knastjulen verfrachtet. Nach einem Catfight und 4 Sexszenen (bei der eine Gefangene von einem Tiger gefressen wird!) haben die Damen den tristen Gefängnisalltag satt und mit der Hilfe des versoffenen Gefängnisarztes können Sie fliehen, landen aber eine Krokodil- und Blutegelattacke später in den Händen der Drogendealer von vorher, die prophylaktisch gleich den Doktor und die anderen Gefangenen über den Haufen schießen….

Regisseur Kwok Hung Lau ist offensichtlich ein sehr verwirrter Mensch. So konfus die Inhaltsangabe schon klingen mag, so gibt nicht annähernd die Sinnlosigkeit der recht dünn um einen Haufen überlanger Sexszenen gestrickten “Handlung” wieder. Nachdem die Frauen im Gefängnis gelandet sind erfahren wir, dass die Wärter unmenschliche Bestien sind, das zeigt sich aber dann nur darin dass genau eine Gefangene ausgeschimpft und eine andere bis zum Kopf eingegraben wird. Wenn schon jemand stirbt dann durch Mutter Natur, so kosten ein bei einem Schäferstündchen im Busch auftauchender Tiger und eine Python zwei Statistinnen das Leben, wobei aber die Python die Dame höchstens beim vorbeikriechen streift, aber gut wird wohl der Gewebeschock gewesen sein.
Dass es in Frauengefängnissen heiß her geht, weiß man ja mittlerweile aus den zahlreichen Women-in-Prison Filmen der 70er und 80er Jahre und so hangelt man sich mit einem Minimum an Aufwand von Sex zu Sex. Feministinnen werden hier ihre helle Freude haben, so beschweren sich einige Frauen nach dem (durch grimmige Blicke) erzwungen Geschlechtsverkehr über das mangelnde Durchhaltevermögen ihrer Peiniger, die sich darauf entschuldigen und Besserung versprechen. Auch Archivaufnahmen von wilden Tieren scheinen es dem Regisseur angetan zu haben. So bekommen wir neben dem oben erwähnten Tiger noch ein paar nette Szenen mit Krokodilen serviert, die dann so grandios in den Film eingebunden wurde, dass es nicht mal so aussieht als wären sie im selben Land.

Die Szene:
- Frauen waten durch einen Sumpf
- Schnitt: gefährlich aussehende Krokodile am Ufer
- Schnitt: die Frauen „sehen“ die Krokos und schreien
- Schnitt: gefährlich aussehende Krokodile am Ufer
- Schnitt: die Frauen fliehen (weit und breit keine Krokodile zu sehen)
- Schnitt: ein Krokodil frisst einen Fisch
- Schnitt: die Frauen erreichen mit letzter Kraft ans Ufer (noch immer weit und breit keine Krokos)
- Schnitt: Krokodile plantschen
- Schnitt: Frauen entdecken Blutegel am Körper, vergessen auf die (imaginären) Krokodile, kreischen und finden wieder eine Möglichkeit ihre Brüste zu zeigen

Der Gipfel dieser filmischen Frechheit ist aber das Ende. Nach erfrischend kurzen 68 Minuten ist die eigentliche Geschichte erzählt, aber nach all den Strapazen ist eine der Heldinnen trotzdem nicht zu müde um sich sofort (!) nach ihrer Befreiung aus den Händen der Gangster mit dem Arzt (der sich nur tot gestellt und dann die Polizei verständigt hat) nach oben zu gehen und die letzten neun Minuten noch mal so richtig rumzuficken. Das wiederum macht die anderen zwei Frauen so scharf, dass sie sich selbstbefriedigen und am Ende auch noch zum Doktor ins Bett steigen. Was für ein Mann! Ende und Credits!

Release Facts: Dem Hong Kong Publikum hat man wohl nicht so viel Sitzfleisch zugetraut und so sind die VCD und VHS-Veröffentlichungen von Mei Ah gegenüber der Japan-Version um gut 30 Minuten Handlung gekürzt. Dafür wurden dort aber fast alle Sexszenen entschärft.

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