My Mighty Princess (무림여대생) [Süd Korea 2007]
Von Gom • November 11th, 2008 • Kategorie: Reviews, Süd Korea

- Regie: Kwak Jae-Yong
- Cast: Sin Min-Ah, On Joo-Wan, Yoo Geon, Im Ye-Jin, Choi Jae-Seong, Lee Dae-Geun, Kim Hyung-Il
Weder herabfallende Dachziegel noch flaschenweise Soju können die zierliche Soh-Wi umhauen. Als Tochter einer alten Martial Arts Familie sind ihr Körper und Geist gestählt, doch ihre unglaublichen Fähigkeiten wirken auf ihre Mitschüler eher abschreckend und sie wird oft Ziel von deren Spott. Um endlich als normaler Teenager zu leben, beschließt sie ihr Training aufzugeben und sich ganz der Eroberung ihres Schwarms hinzugeben. Dieser ist jedoch nur an einer viel älteren Polizistin interessiert, die er jeden Abend in der Polizeistation aufsucht.
Verzweifelt über Soh-Wis Veränderung und aus Angst keine Erbin für den geheimen Blitz-Schlag zu finden, dem ihm Soh-Wis Mutter kurz vor ihrem Tod gelehrt hat, versucht Soh-Wis Vater durch die Hilfe ihres alten Freundes Il-Yeong seine Tochter wieder auf den rechten Weg zu bringen.
Gleichzeitig taucht Heuk-Bong, der mit dem legendären Green-Destiny Schwert der Stärkste in der Martial Arts Welt werden will, wieder auf und will seinen vor Jahrzehnten begonnen Feldzug gegen die letzten der alten Krieger nun endlich zu Ende bringen.
Als Mengzhu, der Anführer der Helden, stirbt und Soh-Wis Vater schwer verletzt wird begreift Soh-Wi, dass nur der Blitz-Schlag stark genug ist, um Heuk-Bongs tödlichen Mond-Schlag zu brechen. Doch als sie sich ihm in einem letzten Duell gegenüber steht, stellt sie erschreckt fest, dass Heuk-Bong nicht mehr der ist, der er einmal war…
Was bitte soll das denn sein? Es scheint, als wäre Regisseur Kwak Jae-Yong von seinem Erfolg durch My Sassy Girl (엽기적인 그녀, 2001) so verblendet worden, dass er es nicht mehr für nötig erachtet beim Dreh an sein Publikum zu denken. Wie ein 3jähriger auf Zucker pflügt er quer durch die verschiedensten Genres und schafft es dabei mit einer bemerkenswerten Sicherheit keines davon richtig gut zu bedienen.
War schon Windstruck (내 여자친구를 소개합니다, 2004) alles andere als homogen, passt in My Mighty Princess gar nichts mehr zusammen. Zehn Minuten Wuxia-Drama werden schlagartig zur teenietauglichen Rom-Com, in die wiederum ein paar Tearjerker eingeflochten werden die letztendlich in einem möchtegernepischen Schlussduell münden, das eindrucksvoll zeigt, dass nicht jeder das Talent hat Martial Arts Szenen zu choreographieren.
Um nicht unfair zu sein soll gesagt sein, dass ein paar Szenen für sich genommen durchaus funktionieren, aber in mindestens drei verschiedene Filme aufgeteilt werden sollten. Wie schon Tarantino jedes Jahr aufs Neue beweist, reicht es nicht Fan zu sein um einen guten Film zu machen.
Auch von der schauspielerischen Seite her wirkt es eher, als wäre man auf einem riesigen Spielplatz als auf einem Filmset. Die hübsche und sonst eigentlich immer angenehme Sin Min-Ah (A Bitter Sweet Life 달콤한 인생, 2005) lässt sich hier derart zum Overacting hinreißen, dass es beinahe körperlich schmerzt.
Kein Wunder dass es fast zwei Jahre gedauert hat um den Mut aufzubringen den fertigen Film im Kino zu zeigen, aber Min-Ah verzeiht man eh fast alles.








