Saw V [USA 2008]
Von Gom • November 6th, 2008 • Kategorie: Reviews, U.S.A.

- Regie: David Hackl
- Cast: Tobin Bell, Costas Mandylor, Scott Patterson, Betsy Russell, Julie Benz, Meagan Good
Der Jigsaw-Mörder ist tot. Der leitende Polizist Mark Hoffman wird für seine Verdienste während der Ermittlungen gegen ihn, bei denen er auch ein kleines Mädchen gerettet hat, ausgezeichnet. FBI Agent Strahm, der eine Falle des Killers nur durch einen selbstzugefügten Kehlenstich überlebt hat, wird als Leiter von diesem Fall suspendiert, doch irgendwas scheint ihm faul an Hoffman.
Während er beginnt auf eigene Faust gegen ihn zu ermitteln und dabei Stück für Stück das Puzzle zum wahren Tathergang löst erwachen fünf Leute in einer neuen Falle des todgeglaubten Killers und es scheint als könnte nur einer diesen Wahnsinn überleben…
Wie Weihnachten kommt nun mittlerweile auch Saw alle Jahre wieder. Nachdem aber der Jigsaw-Killer schon in Teil 3 dem Krebs erlegen ist, müssen die Macher wieder einen großen Teil des Films mit Rückblenden füllen, die zwar langsam aber sicher alle Handlungsstränge miteinander verbinden und etwaige Storylöcher ausmerzen, das Ganze aber gleichzeitig immer absurder und unrealistischer wirken lassen. Alleine der finanzielle und logistische Aufwand für den Einsatz der unzähligen Fallen scheint kaum zu bewältigen.
Das größte Problem bei Saw V ist aber die Story. Tobin Bell ist als Jigsaw-Killer einfach ein zu starker Charakter, als dass man einen Saw-Film ohne in drehen könnte. Ein Evil Dead Film ohne Bruce Campbell würde wohl auch kaum beim Publikum ankommen. Ein typisches Problem wenn eine Figur größer wird als der eigentliche Film in dem sie agieren soll.
Die unzähligen oben genannten Rückblenden sind deswegen ein Muss und gerade für Fans doch interessant, lassen aber die recht lieblos neu eingeführten Charaktere blass und uninteressant wirken. Für Leute die also vorher noch keinen Saw-Film gesehen haben bietet der Film somit außer den Bluteffekten rein gar nichts, während sich Zuschauer die seit Anfang an dabei sind zwar über den Wiedererkennungsfaktor freuen werden. Aber auch der größte Fan wird wohl langsam von dem immer nach dem gleichen Schema funktionierenden Abläufen enttäuscht sein. Größtenteils folgen wir nur Agent Strahm beim zusammenfügen von Puzzleteilen, wobei Vieles aber ohnehin von vornherein klar ist. Zudem wirken viele Szenen wie die Testamentseröffnung vor Johns Frau und auch Jigasaws letzte Worte an Hoffman mehr wie ein Appetizer, wie ein Prolog für den sechsten Teil, bei denen uns, zumindest wenn es nach den Machern geht, wohl der große Aha-Effekt erwartet. Nur wird das dann noch jemanden interessieren?
Die Todeszenen sind in der R-rated Version immer noch recht blutig, hinken aber denen der Vorgänger weit hinterher und können zu keiner Zeit dieses Saw-typsiche Unbehagen erzeugen. Da soll aber ein 14 Minuten längerer Director`s Cut Abhilfe schaffen.
Verglichen mit anderen Horrorfilmen der letzten Zeit ist Saw V sicher kein schlechter Film und nach den unsäglichen Neuverfilmungen von Day of the Dead oder Prom Night sind sicher Fortsetzungen wünschenswerter als Remakes, aber wenn man nicht in die Belanglosigkeit abgleiten will, sollte Saw VI einen würdigen Abschluss, oder zumindest frischen Wind in die Filmreihe bringen. Die Säge wird langsam stumpf.








