Zero Woman: Red Handcuffs ( 0課の女 赤い手錠) [Japan 1974]
Von Gom • October 31st, 2008 • Kategorie: DVD Reviews, Japan, Reviews

- Regie: Yukio Noda
- Cast: Miki Sugimoto, Yoko Mihara, Hiromi Kishi, Tetsuro Tamba
Die junge Polizistin Rei, die nach einem brutalen Akt der Selbstjustiz wegen Mordes an einem deutschen Diplomaten zu lebenslanger Haft verurteilt wird, erhält eine Chance auf Begnadigung. Als Kopf eines Killerkommandos soll sie die Tochter des Politikers Nagumo aus den Händen einer skrupellosen Gang befreien, ohne dass die Öffentlichkeit davon Wind bekommt. Als die entführte Tochter vergewaltigt wird, die ganze Sache publik zu werden droht und der Politiker um den Ausgang der anstehenden Premierministerwahlen zittert gibt er den Befehl, alle Beteiligten inklusive seiner eigenen Tochter Kyoko zu töten…
Der Tiger von Osaka, so der alte deutsche Kinotitel, ist ein typisch wüster 70er-Jahre Sex and Crime Cocktail, der wohl als einer der brutalsten japanischen Gangsterfilme dieser Ära gesehen werden kann. Fast pausenlos wird jemand vergewaltigt, gefoltert oder getötet. Zero Woman zeichnet generell ein extrem pessimistisches Weltbild, denn nicht nur die Gangster haben Spaß an ihrem schändlichen Treiben, auch die Staatsgewalt hat kein Problem damit über Leichen zu gehen. Von mächtigen Politikern gedeckt macht es auch nichts, wenn man das Gesetz gelgentlich ein bisschen streckt. Leider hapert’s bei dem Film etwas an der Inszenierung und den schauspielerischen Leistungen der Beteiligten. Bis auf Miki Sugimoto (Rei), die die meiste Zeit des Filmes unbekleidet ist und Tetsuro Tamba (Nagumo), die in ihren Rollen wirklich überzeugen können, neigt die gesamte Besetzung zum Overacting.
Für Sleaze-, Trash- und 70er-Jahre-Fans ist der Film trotzdem ein blutiges Kleinod, das dank seiner absolut politsch unkorrekten Gaga-Synchro auf jeden Fall auf Deutsch genossen werden sollte.

Recommended DVD: RC 0 Japan Shock (Holland)
Die Japan Shock DVD kommt in einem wunderschönen Schuber und hat zusätzlich noch vier Postkarten zum Film beigepackt. Ansonsten gibt’s noch einen hausgemachten Trailer und eine nette Slideshow, die aus den damaligen Kinoaushangfotos besteht. Das leider nicht anamorphe Bild kann bis auf ein paar altersbedingte Kratzer voll und ganz überzeugen, während die Untertitel zeitweise förmlich durchs Bild rasen und gelegentlich zweiminütige Gespräche in gerade mal zwei Zeilen übersetzen. Als Alternative bleibt die technische bessere US DVD von Diskotek Media, die aber leider natürlich die wunderbare Brandt-Synchronisation vermissen lässt.







