Her Vengeance (血玫瑰) [Hong Kong 1988]

Von Gom • October 15th, 2008 • Kategorie: HongKong, Reviews

  • Regie: Lam Ngai Kai
  • Cast: Pauline Wong, Lam Ching Ying, Billy Chow, Shing Fui On, Shum Wai, Chen Jing

Nachdem eine junge Frau in Macao eine ausgelassene Gruppe in einem Nachtclub maßregelt und diese dann auch durch das Wachpersonal entfernen lässt, lauern sie ihr nach der Arbeit auf, prügeln sie auf einen nahe gelegenen Friedhof, vergehen sich nach einander brutal an ihr und infizieren sie auch noch mit einer beinahe unheilbaren Geschlechtskrankheit. Zerfressen von Rachsucht macht sie sich auf um in Hong Kong einen alten Freund der Familie und ehemaligen Triaden, der nun an den Rollstuhl gefesselt ist, um Hilfe zu bitten. Anfangs lehnt er zwar ab, doch als die Gewalt zu eskalieren beginnt und auch Unschuldige den Tod finden ändert er seine Meinung. Gemeinsam bereiten sie sich auf die letzte Konfrontation vor…

Lam Ngai Kai, unter dessen Regie schon Partykracher wie die Kung Fu Splatterorgie Story of Ricky (力王, 1992)und The Seventh Curse (原振侠与卫斯理, 1986)entstanden sind, schuf mit seinem Remake des Rape & Revenge Klassikers I Spit on Your Grave (USA 1978) einen der gemeinsten und realistischsten Category III Filme der 80er Jahre. Während die meisten ähnlichen chinesischen Filme die Atmosphäre durch unpassende Klamaukeinlagen und hysterisches Overacting auflockern bzw. teilweise sogar zerstören, verzichtet Her Vengeance komplett auf solche Szenen und bleibt bis zum bitteren Ende trocken ernst. Schon die Vergewaltigung am Anfang ist trotz ihrer kürze und Detailarmut auf Grund des gewählten Settings (Friedhof) und der kalten, blauen Ausleuchtung extrem unangenehm anzusehen und wenn im Anschluss das Opfer noch vom Frauenarzt als dreckige Schlampe beschimpft wird breitet sich ein recht unangenehmes Gefühl in der Magengegend aus. Die Darsteller der Verbrecherbande gehören wohl generell zu den schmierigsten und widerlichsten Typen, die je in einem Film zusammen aufgetreten sind und in anbetracht der Sprüche und Aktionen die sie in dem Film abliefern scheint jede Folterung noch viel zu mild. Interessant ist die Figur des an den Rollstuhl gefesselten Nachtclubbesitzers, der trotz seiner fehlenden Beine noch ordentlich die Fäuste fliegen lässt. Verkörpert wird dieser übrigens von Lam Ching Ying, der unter anderem schon in King Hus Meisterwerk A Touch of Zen (侠女, Taiwan 1972) seine Kampfkünste unter Beweis gestellt hat. Der Gewaltpegel bleibt fast die gesamte Laufzeit über auf einem recht durchschnittlichen Niveau, schnellt aber beim unerwartet brutalem Showdown, der vermutlich einige unvorbereitet Zuschauer aus dem Sessel fegen wird, rapide in die Höhe.
Her Vengeance ist ein empfehlenswerter Thriller, der sich dank der guten schauspielerischen Leistungen, einer ungewöhnlich gediegenen Cinematographie und des durchdachten Drehbuchs positiv von den meisten Category III Filmen abhebt.

Release Facts: Wie viele ältere Category III Titel aus den 80ern hat Her Vengeance (noch?) keine DVD Veröffentlichung erfahren. Neben einem VHS Release gibt es zwei unterschiedliche VCD Veröffentlichungen! Die Megastar Version trägt das CAT III Siegel und beinhaltet alle Sex und Gewaltszenen, während die Deltamac Veröffentlichung eine CAT IIB Freigabe hat, ungefähr zehn Minuten mehr Handlungssequenzen beinhaltet, dafür aber in fast allen expliziten Szenen gekürzt ist.

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