Man Who Was Superman, A (슈퍼맨이었던 사나이) [Süd Korea 2008]

Von Gom • October 8th, 2008 • Kategorie: Reviews, Süd Korea

  • Regie: Jeong Yoon-Cheol
  • Cast: Hwang Jeong-Min, Jun Ji-Hyun, Jin Ji-Hee, Seon Woo-Seon, Seo Young-Hwa, Do Yong-Goo

Soo-Jung produziert eine sensationsgeile lokale Boulevard-TV-Show über menschliche Schicksale. Die 30 überschritten, ihr Freund ständig unterwegs, hat sie schon längst resigniert und aufgegeben zu versuchen ihr Programm aus der belanglosen Mittelmäßigkeit zu reißen. Als sie sich auf den Weg macht um eine weitere spannende Show über einen Löwen, der sein Fressen verweigert, zu drehen, wird ihr auch noch die Kamera gestohlen. Bei der Verfolgung des Verbrechers rettet sie ein Fremder in einem Hawaiihemd in letzer Sekunde vor einem heranrasenden Auto. Der Fremde gibt sich als “Superman” zu erkennen, der durch Kryptonit, das der “glatzköpfige Bösewicht” in seinen Kopf gesteckt hat, seine Superkräfte verloren hat. Trotz dieses Handicaps versucht er sein Bestes, um alle Mitbürgen und auch die Umwelt vor kleinen und großen Übeln zu bewahren.
Soo-Jung wittert endlich Ihre große Chance und beschließt eine Dokumentation über diesen Helden zu drehen, für die sie auch nicht davor zurückschreckt einige Szenen zu manipulieren oder gar ohne das Wissen ihres gutgläubigen Hauptakteurs vollständig zu inszenieren. Obwohl die Show ein immenser Erfolg wird, ist der Superman nach getaner Arbeit für die berechnende Soo-Jung erledigt. Als sein Verhalten jedoch für ihn selbst und auch seine Umgebung immer gefährlicher wird, beginnt sie nachzuforschen und erfährt langsam alles über seine traurige Vergangenheit…

Jun Ji-Hyun gehört mit Sicherheit zu den interessantesten Schauspielerinnen Koreas. Lässt man den Sympathiebonus, den sie sich mit ihren besten Filmen Il Mare (시월애, 2000) und My Sassy Girl (엽기적인 그녀, 2001) erarbeitet hat, außer Acht, muss man zugeben, dass die Dame nicht gerade mit viel Schauspieltalent gesegnet ist. So ist es auch wenig verwunderlich, dass man sie in der Regel eher in Werbespots als in Filmen antrifft. Nach den unwichtigen aber nicht wirklich schlechten The Uninvited (4인용 식탁, 2003) und Windstruck (내 여자친구를 소개합니다, 2004) lieferte sie erst 2006, auffallend pausbäckig, unter der Regie von Hong Kong Routinier Andrew Lau mit Daisy (데이지) wieder einen interessanten Film ab.
Neben Il Mare bringt sie nun in A Man Who Was Superman wohl die beste Leistung ihrer bisherigen filmischen Karriere. Ganz ohne Schmollen und hysterischem Overacting und auch äußerlich wieder in alter Form läuft sie unter der Regie von Jeong Yoon-Cheol, der schon mit Marathon (말아톤, 2004) einen der schönsten und berührensten Filme des modernen koreanischen Kinos geschaffen hat, zur Höchstform auf.
Hwang Jeong-Min (A Good Laywer`s Wife, A Bittersweet Life) spielt die tragisch-komische Rolle des Superman wie gewohnt suverän und untermauert seinen Status als einer der sympathischsten Schauspieler des zeitgenössischen koreanischen Kinos.

Der Film selbst ist gut geschrieben, wenn auch Teile der Handlung etwas konstruiert wirken, und vor allem das Ende mal wieder sogar Chuck Norris zum weinen bringen würde. Auch optisch gibt es kaum etwas zu bemängeln, Schnitt und Kameraführung sind gelungen. Die Fantasypassagen erinnern dabei ein bisschen an eine Light-Version von Park Chan-Wooks I’m a Cyborg, But That’s OK (싸이보그지만 괜찮아, 2006).

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