Hansel and Gretel (헨젤과 그레텔) [Süd Korea 2007]

Von Gom • October 6th, 2008 • Kategorie: Reviews, Süd Korea

  • Regie: Lim Pil-Seong
  • Cast: Cheon Jeong-Myeong, Eun Won-Jae, Sim Eun-Kyeong, Jin Ji-Hee, Park Hee-Soon

Auf dem Weg zu seiner kranken Mutter kommt Eun-Soo mit seinem Auto von der Straße ab. Als er wieder zu sich kommt befindet er sich in einem dichten Wald. Er irrt einige Zeit ziellos umher bis er auf ein junges Mädchen trifft, das ihn zu einem Haus noch tiefer im Wald führt. Dort angekommen bietet ihm die ungewöhnlich harmonisch scheinende Familie an über Nacht zu bleiben, um am nächsten Tag Hilfe holen zu können. Da weder sein Handy, noch das Telefon der Familie funktionieren und die nächste Stadt weit entfernt zu scheint, nimmt er das Angebot dankend an. Als er am Morgen darauf aufbricht merkt er schnell, dass es beinahe unmöglich ist alleine aus dem Wald wieder herauszufinden und so ist er gezwungen noch eine Nacht in dem immer seltsamer wirkendem Haus zu verbringen…

Wie man in diversen Kritiken im Internet lesen kann, haben sich viele Zuschauer bei diesem Film eine horrorlastige Verfilmung des Märchens der Gebrüder Grimm erwartet und obwohl die Geschichte der drei Kinder mehr als genug Horrorelemente bietet ist Lim Pil-Seongs Hansel and Gretel eher ein düsterer Märchenfilm geworden, der seine namen gebende literarische Vorlage nur als Auslöser für eine eigenständige Geschichte benutzt, anstatt sie neuzuinterpretieren.
Wie schon sein zu unrecht extrem unterschätztes Regiedebüt Antartic Journal (남극일기) lebt der Film von seiner extrem dichten und packenden Atmosphäre und verzichtet weitestgehend auf gängige Schockeffekte und allzu ausufernde Bluteinlagen.
Vor allem das liebevoll gestaltete Haus mit seiner unglaublich detaillierten Einrichtung, die gemütlich und vertraut, aber gleichzeitig seltsam bedrohlich wirkt gehört wohl zu den besten Filmkulissen der letzten Jahre. Leider hinkt die Handlung aber den Bildern hinterher und so hat man trotz der durchaus interessanten Grundidee bei vielen Szenen das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Andere Szenen, wie vor allem der angedeutet Kannibalismus haben dann wiederum überhaupt keinen Zusammenhang mit dem Rest des Films und wirken dadurch deplatziert bzw. so als hätte man einen weiteren Handlungsstrang einbauen wollen, sich dann aber anders entschieden.
Hätte man am Ende nicht zu aufdringlich die Moralkeule geschwungen, wäre die Auflösung etwas weniger klischeehaft ausgefallen und etwas mehr Wert auf das Drehbuch gelegt worden…tja was wäre dann? Dann wäre aus Hansel and Gretel ein besserer Film geworden. Unterhaltsam ist er aber in dieser Form, dank sympathischer Schauspieler (zumindest wenn man von Eun Won-Jae, der wirklich eine selten unsympathische Fresse hat, absieht) und seinem excellentem Setdesign aber trotzdem auf jeden Fall.

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