Gom Pictures goes Udine: Ein kleiner Reisebericht
Von Gom • April 26th, 2008 • Kategorie: Gom's Pick, Specials

Vom 18. - 26. April fand im kleinen italienischen Udine bereits zum zehnten Mal das Far East Film Festival statt. Mit unzähligen Gästen aus den Bereichen Schauspiel und Regie und Filmen aus China, Korea, Taiwan, Japan, Singapur, Thailand und den Philippinen ist das FEFF das größte Asia Film Event Europas. Von Mainstream-RomComs, über knallharten Horror bis hin zum Pink-Film war für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders schön war, dass es mit der Reihe “Flowers In Hell: The Early Films Of Shin Sang-ok” ein paar ältere Filme der koreanischen Filmlegende zu sehen gab, die sonst praktisch kaum verfügbar sind.
Eigentlich hatten wir dieses Jahr gar nicht vor nach Udine zu fahren, nachdem wir aber von Regisseur Kong Su-Chang (R-Point (알 포인트)), der seinen neuen Film The Guard Post (GP506) präsentiert hat, eingeladen wurden, konnten wir natürlich nicht ablehnen.
The Road to Udine
Los gehen sollte es schon um 8 Uhr, da uns aber noch das passende Stativ für die Kamera gefehlt hat und es zu einem kleinen Thermoskannenzwischenfall gekommen ist, wegen dem ich die ganze Fahrt auf einem Plastiksackerl sitzen durfte, um den ausgelaufenen Kaffee von meinem Hintern fernzuhalten, sind wir erst kurz vor 9 abgefahren. Klar dass dann noch ein heftiges Unwetter aufkommen musste, es war ja auch die letzten Tage sonnig gewesen. Bis auf einige kleine Pinkelpausen ist die Reise recht ruhig verlaufen. Nicht gerade ortskundig hatten wir in Udine selbst keine Ahnung wie wir ins Hotel Astoria kommen sollten, also ist Dooly, nachdem wir einige Male im Kreis getuckert sind, schnell mal eine Mopedfahrerin angefahren. Die hat uns dann auch prompt mit ihren leicht zerdellten Gefährt den Weg gezeigt. Gute drei Stunden zu früh im Hotel angekommen, haben wir zufällig Johnny To, Lau Ching-Wan und Lam Suet getroffen, die ihre neuen Filme Mad Detective und The Sparrow promoted haben. Leider waren sie nach eigenen Angaben nach ein paar Flaschen Rotwein “nicht mehr in der Lage” ein Interview zu geben. Für ein paar Fotos waren sie aber dann doch fit genug.
Um die restliche Zeit totzuschlagen gingen wir ein bisschen spazieren, da aber Nationalfeiertag war, blieben die meisten Shops geschlossen. Der einzige Medialaden der offen hatte war weder billig noch sonderlich attraktiv ausgestattet, und so sind wir weiter maschiert bis wir in South Central Udine angekommen waren. Keine Lust auf ein vorzeitiges Ableben, hatten wir schnell eine andere Richtung eingeschlagen und uns ein überteuertes Tütchen cremiges italienisches Eis zu Gemüte geführt. Auf dem Rückweg waren wir dann noch Augenzeugen des sinnlosesten Autounfalls aller Zeiten, bei dem Gott sei Dank aber niemand verletzt wurde. Leider hat sich Dooly geweigert Paparazzo zu spielen und die Autowracks zu fotografieren. Dabei wäre das sicher was für den “Heute Leserreporter” gewesen
Unser Treffen mit Regisseur Kong Su-Chang war angenhem unkompliziert. Glücklicherweise hat uns sein Produzent und Geschäftsführer von Object Films Minn In-Kee als Übersetzer fungiert und aus den geplanten 15 Minuten sind fast 45 geworden.
Seine Ausführungen über seinen Anfang als Aktivist und Autor Ende der 70er Jahre, seinen Eintritt ins Filmgeschäft und seine Gedanken zum zeitgenössischen koreanischen Kino waren interessant und viel ausführlicher, als wir uns eigentlich erhofft hatten. Das gesamte Interview werden wir euch hier präsentieren, sobald wir es bearbeitet und hoffentlich auch das Tonproblem gelöst haben.
Nach dem Interview lud uns Herr Kong zum Abendessen ein, bei dem dann überraschenderweise auch noch Jeong Gil-Yeong, Regisseur von Our Town (우리동네), der sich als Falco Fan geoutet hat, anwesend war. Zur reichlich garnierten Fischplatte, Pasta und Bier gab’s so noch einige wirklich aufschlussreiche Gespräche über die momentane Situation des koreanischen Kinos, private Ansichten der Filmleute zur politischen Lage Koreas und auch zum asiatischen Kino generell.
Herzlichen Dank an Kong Su-Chang und die Anderen für einen wirklich lehrreichen und unterhaltsamen Abend.
Nach dem Essen ging’s dann wieder ab ins Auto, da aber alle Wege nach Udine führen, war es viel schwerer wieder rauszukommen, als wir hingefunden hatten. Nach ein paar Stunden auf einsamen Landstraßen, die wohl schon seit Jahrzehnten keine Autos mehr gesehen hatten, waren wir doch wieder auf dem richtigen Weg und gegen 6 Uhr Früh wieder zu Hause.

















Kompliment zu diesem ausführlichem Reisebericht!
GOM PIX GO ON AND WIN THE RACE!
löblich wie schnell der reisebericht kam, auch sehr schön zu lesen & das poserbild von georg mit den punx tags is einfach nur perfekt
인터뷰 잘 마치고 돌아오셨군. ㅋㅋ
sehr gut.ㅎㅎ
형~ 겨울방학 때 보아~