Corpse Mania (屍妖) [Hong Kong 1981]

Von Gom • April 12th, 2008 • Kategorie: HongKong, Reviews

 

  • Regie: Kuei Chih-Hung
  • Cast: Tanny Tien Ni, Wong Yung, Yau Chui Ling

Als sich in der Wen Min Straße in Guangzhou ein bestialischer Gestank breit macht, bricht die Polizei unter dem Druck einiger Anrainer ein Haus auf und findet darin eine stark verweste Leiche, die zu allem Übel auch noch Zeichen von post-mortalem Geschlechtsverkehr aufweist. Schnell wird klar, dass dies kein Einzelfall ist und so macht sich Chefinspektor Zhang nach Foshan auf, wo sich erst vor einem Jahr ein ähnlicher Vorfall ereignet hat: Der reiche Li Zhengyuan kaufte die kränkliche Hongmei aus einem Freudenhaus frei. Schon kurz nach deren Heirat verstarb sie, doch Zhengyuan lies auch den Tod die Beiden nicht scheiden und teilte sich weiterhin mit der mittlerweile wurmstichigen Leiche Tisch und Bett. Als ihr nekrophilies Verhältnis ans Licht kam wurde Zhengyuan, der angab nur den letzten Wunsch seiner Gattin erfüllt zu haben, für zwei Jahre in die Psychiatrie eingewiesen.
Jetzt verschwinden in Foshan mehr und mehr Mädchen aus dem Freudenhaus und tauchen ermordet und geschändet wieder auf. Natürlich fällt der Verdacht sofort auf den erst kürzlich aus der Anstalt entlassenen Li Zhengyuan…

Kuei Chih-Hung, der uns unter anderem den wunderbaren Women in Prison Film Bamboo House of Dolls und Killer Snakes beschert hat, war offensichtlich auch ein großer Giallo Fan und schuf mit Corpse Mania, beabsichtigt oder nicht, einen lupenreinen chinesischen Giallo. Würde man die Handlung nach Italien verlegen so könnte die Story durchaus aus der Feder eines jungen Dario Argento, oder Mario Bava stammen: Die Morde sind , abgesehen von einer Enthauptung, recht zahm, das Blut sieht übertrieben nach Farbe aus und die Auflösung hätte ruhig etwas origineller sein können. On-Screen-Corpse-Fucking gibt es trotz des reißerischen Titels und des noch reißerischeren Covertexts auch nicht, dafür aber immerhin zärtliches nekrophilies Rumgeschmuse. Die Stärke des Films liegt einerseits in seiner kurzen Spielzeit, denn bei knapp 78 Minuten bleibt kaum Zeit um unnötig Längen einzubauen und andererseits in der wunderbar düsteren Bildsprache. Nebelige, enge Straßen im China der dreißiger Jahre, leer stehende, großzügig ausgestattete Häuser und Spinnenweben in allen Ecken lassen schaurig schöne Gruselatmosphäre aufkommen, wobei der Regisseur hier leider zu keiner Zeit das Niveau seiner wohl besten Horrorfilme Hex und Ghost Eyes erreicht.
Corpse Mania ist ein zu Unrecht oft übersehner kleiner Horrorfilm aus der Shaw Brothers Schmiede. Leider wird sich das aber durch die nicht nachvollziehbare Veröffentlichungspolitik von IVL, die den Film mal wieder nur auf VCD auf den Markt geworfen haben, nicht ändern.

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